Die Entwicklung
der Reklameschilder

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Die Geschichte

Die ersten Vorläufer der Klappschilder sollen in Mesopotamien um 712 vor Chr im Umkreis von kultischen Handlungen benutzt worden sein. Die Besucher wurden wohl über Möglichkeiten der Versorgung informiert. Die Schilder waren aus Ton und nicht sehr haltbar. Es gibt daher auch nur einzelne Hinweise in ganz wenigen Keilschriftfunden aus Ninive (Irak). Mit dem Untergang von Babylon um 539 vor Chr verschwand diese Erfindung für immer unter dem Staub der Wüste. Erst im Europa des Mittelalters wurden die Klappschilder wieder neu erfunden.

terra cotta historica


Die Entwicklung der Materialien

Erstes Holzschild

Die ersten Schilder Europas sind aus hölzernen Straßenwegweisern entstanden, die immer näher an die Kramläden und Wirtshäuser rückten, weil die Dörfer zu Kleinstädten wuchsen und enger bebaut wurden. ( um 1270 in Padua ).
Erste Holzschilder in Ostfriesland standen vor Schänken in Moordorf (Anfang 18. Jh.). Sie hatten in Kopfhöhe ein dickes Querbrett, das den Bürgern einen sicheren Halt bot, um das Schild in Ruhe zu entziffern.


Gepresste Schilder
aus Torf oder Tee

Um 1490 in Loga die ersten Schilder aus festen Torfplatten, mit einem Eindruck in Symbolform (Analphabeten!). Sie waren nicht sehr haltbar. Entweder sie lösten sich im Regen auf oder brannten bei Trockenheit schnell und lichterloh. Daher sind keine Einzelstücke erhalten. Nach dem letzten Brand von Loga im Jahre 1513 wurden sie 1514 durch die "Brand- und Schand" - Urkunde von Edo Wiemken endgültig verboten.
Im 19. Jahrhundert lebte die Tradition von Press-Schildern wieder auf, als mit der Verbreitung der Teekultur große Mengen mehrfach gebrühter Teeblätter anfielen. Aus diesem feinen, unbrennbaren Material wurden detailreiche Schilder geformt. Meister dieser Kunst erzielten durch Zusatz einer Kluntje-Lösung eine hervorragende Festigkeit des Press-Schildes. Nach dem 2. Weltkrieg wurden viele dieser alten Schilder re-aktiviert, um die mangelhafte Versorgung der Bevölkerung mit Tee auszugleichen. Sie gingen somit der Nachwelt verloren.

printo assammi Ceyloni fresenia

Sehr seltenes, zweifarbiges Press-Schild aus einer Assam Hochland-Mischung und aus schwarzem Ostfriesentee.

Erstes Schilfschild

Die ersten Schilfschilder gab es Mitte des 16. Jh in Marienhafe. Sie sollen im Schilf gestanden haben und fanden wenig Beachtung. Das änderte sich erst, als sie vor Wirtshäusern eingesetzt wurden. Die Brandgefahr vermied man, indem das Schilf mit seinen Wurzeln in einem Supfloch aufgestellt wurde.(daher der Ausspruch: Er ist in der Kneipe versumpft/versackt) Diese Schilder setzten sich aber nur langsam durch und fanden ebenfalls keine Verbreitung außerhalb Ostfrieslands.


Erstes Eisenschild

Die ersten Schilder aus Gußeisen gab es 1834 in Liverpool. Die frühen Modelle waren zwar standfest, aber unbeweglich. Sie konnten nur mit drei Mann aufgestellt werden. Es gab regelmäßig schwerste Hand- und Fußverletzungen beim Auf- und Abbauen. Anfang des 20. Jh wurden dann alle Gusseisenschilder zu Schiffseisen verarbeitet (Titanic).

Durch das Gewicht waren die Eisenschilder zwar windfest, aber trotzdem gab es in Ostfriesland bisher nur ein Schild, das 1912 in der Neujahrsnacht vor einem Hotel auf Norderney im Dünensand versank.


Erstes Alu-Schild

Es wurde 1902 in Philadelphia für den Juwelier Tiffany in New York hergestellt. Seit 1969 benutzt Tiffany ein vergoldetes Schild. Das alte Schild wurde bei Christie's für 84.000 US$ versteigert. Es steht heute im Guggenheim-Museum in New York.
In Ostfriesland wurden Alu-Schilder in den 60er Jahren gelegentlich als Gartentüren mißbraucht. Diese Funktion wird heute von rustikalen Holzpaletten übernommen.
Das heutige Standard-Alu-Schild wird in Großserie hergestellt und hat sich auch in Ostfriesland durchgesetzt.


Erstes Kunststoffschild

Es wurde 1921 in Berlin aufgestellt (Hersteller: IG Farben). Es fand weite Verbreitung während der Inflation, da die bisherigen Holzschilder zum heizen verbrannt wurden. Zur besseren Wirkung der Schilder wurden sie Arbeitslosen umgehängt, die damit auf- und abgingen. Daraus entwickelten sich später die Demo-Schilder. Diese Kunststoffschilder konnten sich nicht dauerhaft am Markt durchsetzen.
In Ostfriesland wurden die leichten Kunststoffschilder durch den Wind stark verbreitet (Brauser-Variante), bis sie schließlich wieder verschwanden. Erst mit der neuen ISDN-Technik (Integrierte Standfestigkeit durch Neigetechnik) kommt Kunststoff wieder in Mode.


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